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"SPIEGLEIN, SPIEGLEIN AN DER WAND, HAST DU DEINE ROLLE SCHON ERKANNT?"

Die diesjährige Kampagne den Fokus auf geschlechtsspezifische Rollenbilder. Denn sie sind mitverantwortlich für Alltagssexismus, für strukturelle, körperliche und psychische Gewalt.
Sie beeinflussen wie wir uns verhalten und unser Umfeld wahrnehmen, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind. Sie prägen Darstellungen und die Gestaltung des öffentlichen und privaten Raums.
Doch Geschlechterrollen sind nicht natürlich gegeben, sondern werden Männern und Frauen politisch und sozial zugeschrieben. Klar sind Mädchen emotionaler und Jungen müssen ihre Stärke ständig beweisen, oder?
Es entsteht ein Machtgefälle zu Ungunsten der Frauen, das Diskriminierung und geschlechtsspezifischer Gewalt Vorschub leistet. Die Aktionstage mit über 50 MitveranstalterInnen werden seit 2008 in der Deutschschweiz und Liechtenstein vom cfd koordiniert.

Am 25. November traten Frauenrechts- und Menschenrechtsorganisationen, Frauenhäuser, Opferhilfestellen und Fachstellen gemeinsam mit einer Lancierungsaktion in Bern, Basel, Zürich und Thun an die Öffentlichkeit. Es wurden Ganzkörperspiegel im öffentlichen Raum aufgestellt. Diese dienten der Sensibilisierung von Passant*innen auf Geschlechterrollen als mögliche Ursache für geschlechtsspezifische Gewalt. Passantinnen und Passanten blieben stehen und schauten sich im Spiegel an und reflektierten über ihr eigenes Rollenbild und traten ins Gespräch mit den beteiligten Partnerorganisationen.

In Basel trat der Zonta Club Basel mit IAMANEH und der Basler Frauenvereinigung für Frieden und Fortschritt ins Gespräch. 

Bild. Macht. Mensch: Rollensichten

Gewalt gegen Frauen beginnt auch im Kopf. Geschlechterstereotypen bestimmen, wie mit Frauen umgegangen wird. Sie sind mitverantwortlich für Alltagssexismus, für strukturelle, körperliche und psychische Gewalt. Sie beeinflussen wie wir uns verhalten und unser Umfeld wahrnehmen, ohne dass wir uns dessen immer bewusst sind. Sie prägen Darstellungen und die Gestaltung des öffentlichen und privaten Raums. Geschlechtsspezifische Rollenbilder wirken auf unsere Beziehungen und unser soziales Umfeld ein. Solche einengenden Vorstellungen über typisch weibliche oder männliche Eigenschaften sind die Grundlage für Geschlechterrollen. Geschlechterrollen sind aber keine natürlichen Gegebenheiten, sondern eine politische und soziale Zuschreibung von Eigenschaften und Verhaltensnormen. Menschen erfahren Gewalt, wenn sie Geschlechternormen erfüllen - oder auch, wenn sie ihnen nicht genau entsprechen und danach handeln. Betroffen sind besonders Frauen, die sich in ihrer Rolle eher als untergeordnet, abhängig und passiv zu verhalten haben. Dies schürt die geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierungen gegen Frauen. Grund genug, um die eigenen Rollenbilder im Kopf zu reflektieren und damit einen Beitrag zu einer geschlechtergerechteren und egalitären Gesellschaft zu leisten! 

Wir wollen einengende Rollenbilder und stereotype Vorstellungen bewusst machen und aufbrechen, denn Gewalt gegen Frauen beginnt im Kopf!

...und endet in einer Statistik: 

Schweiz - Statistik zur häuslichen Gewalt

(Quelle: Fachkonferenz des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung für Mann und Frau, Nov 2016)

Die Schweizer Polizei musste im im vergangenem Jahr 14'000 Mal wegen häuslicher Gewalt ausrücken.

  • Dabei wurden fast 9200 Beschuldigte registriert.
  • In mehr als der Hälfte der Fälle waren Kinder anwesend.
  • Drei Viertel der Opfer waren Frauen, mehr als jedes zehnte war minderjährig.
  • Vier von fünf Tätern sind Männer.
  • 36 Menschen wurden getötet, darunter 8 Kinder im Vorschulalter.
  • Die Rückfallquote bei Gewalttäterinnen und -tätern ist hoch: Jede/r zweite wird rückfällig.  

 

Das diesjährigen Sensibilisierungsmusikvideoclip zum Thema "Rollenbilder und Sexismus und sexualisierte Gewalt im Nachtleben" - KimBo & BIGMaa: 

Link zum Videoclip 

Weitere Informationen:

IAMANEH - Gesundheit für Frauen und Kinder

Solidaritätsveranstaltung der Basler Frauenvereinigung für Frieden und Fortschritt mit ALBA Arbeitsgruppe Lateinamerika Basel

 

 

Zonta